LETTLAND: Pavilosta - Kuldiga: 18.05. - 20.05.2012
Schwuppsdiwupps (schreibt man das so?) sind wir über die Grenze und in Lettland. Wenn man nicht ne neue Währung hätte (hier "Lats"), dann würde man gar nicht merken, dass man in einem neuen Land ist. Die Sprache verstehen wir hier und dort nicht.
Das Wetter ist mal wieder ekelhaft gut und wir möchten etwas am Strand relaxen und auch unsere am Flaniersteg von Palanga erworbenen Angelkenntnisse an den Mann bzw. an den Fisch bringen. Wir haben Glück und finden den für beiden Zwecke perfekt geeigneten Campingplatz im Hafen von Pavilosta. Dort sind wir Hochseefischer unter uns.
Wir haben zwar das Gefühl, dass uns die ganzen Profifischer nicht ganz ernst nehmen, als wir mit unserem Kanu und der Aldi-Angel die Ostsee rausschippern. Und irgendwie meinen wir leises Gelächter zu hören, als der Fähnrich das Kanu mit einem Stein an der Schnur ankert, aber was soll's. Der Erfolg wird uns recht geben, irgendwie, irgendwo, aber hier erstmal noch nicht. Wir kehren erfolglos aber glücklich trotz heftigen Wellengangs heim. Aber als der Fähnrich des abends nochmal per pedes an der Mole angelt, ergattert er doch tatsächlich unter den neidischen Blicken der Einheimischen (meint er zumindest) einen Fisch (nur welchen?).

Der wird auch gleich gebrutzelt und für jeden verbleiben zwei Gabeln voll leckeren Fisches. Zum Glück hamma no a Packerl Chips dabei ghabt.

Junge, komm bald wieder... Kann uns wer sagen, was für einen Fisch wir da überhaupt gegessen haben?
Ja und dann war da noch das Champions-League-Finale ... unser einziger Nachbar auf dem Campingplatz (Deutsche natürlich) protzt noch am Nachmittag mit seiner Satellitenschüssel rum. Aber meinst, der würde die Kommanderin zum Fernehschauen einladen? Natürlich nicht. Aber irgendwo gibts W-Lan auf diesem Camping. Leider ist der Empfang im Auto grottenschlecht. So kauert sich die Kommanderin erstmal vors Hafenbüro bis der Akku vom Laptop den Geist aufgibt. Dann kauert sie sich hinten ins Eck vom Wohnmobil, wo einzig und allein ein bisschen stabiler Empfang ist. Und dank Live-Stream von Bayern 5 bekommt die Kommanderin das Debakel live mit... der Fähnrich ist schon fix und fertig, er will eigentlich nur schlafen. Aber dann Verlängerung, dann Elfmeterschießen und dann haut der Schweini (endlich) an den Pfosten und der Fähnrich hat sei Ruh'!
Um die Angelei nicht zu weit zu treiben, machen die beiden Sternenflottenurlauber am nächsten Tag einen schönen Sonntagsausflug ins nahe gelegene Kuldiga. Dieses ist bekannt für den breitesten Wasserfall Europas mit 247m (s. oben) und für seine tolle Brücke mit Blick auf den Erstgenannten. Die Kommanderin würde noch den Superlativ "das verschlafenste Kaff nördlich der Memel" hinzufügen. Aber schön wars trotzdem.
Brücke Wasserfall
Die Kommanderin, verrückt wie eh und je.
Zieh, Fremder Fußgängerzone
Alte Apotheke Die Hauptstraße
Stadtplatz
Auf dem Rückweg nach Pavilosta haben wir dann noch einen Blick auf die Steilküste geworfen:
Genug des Schlendrians, wir fahren am 21.05. weiter nach Riga.