Finnische Südwestküste bis Seinäjoki (incl.Helsinki): 08.06. - 14.06.12
Ein Fünfsternecamping in Kotka ist unser erster Stopp in Finnland. Die Zeit der einfachen, einsamen und günstigen Campingplätze ist scheinbar vorbei. Hier ist Ferienzeit und die Preise sind schon um einiges höher. Trotzdem ein sehr schöner Platz zum Übernachten, direkt an der Ostsee, mit Blick auf den Golf von Kotka und die Schärenküste. Abends gibt es ein gratis Live-Rockkonzert vom Nachbarhotel und wir machen auch gleich Bekanntschaft mit unserem angetrunkenen Nachbarn, einem finnischen Dauercamper. Die Unterhaltung war etwas schwierig, der angebotene, Tallinner Wodka war hingegen sehr bekömmlich. Und wir bekommen einen tollen Tipp, was man gegen die allüberall präsenten Moskitos machen kann: "Let them eat". Naja, ob uns das wirklich weiterbringt?
Feierliche Beklebung Idyllisches Kotka
Helsinki, 10.06.2012 - 11.06.2012
Wir sind nach unserem St.-Petersburg-Aufenthalt noch sehr geschwächt und nur noch die Schatten unserer Selbst. Daher lassen wir es bei unserem Helsinki-Besuch locker angehen. Kein Prunk, keine Pracht, nur nette Hafenatmosphäre, Schifferlfahren und leckeres Essen, direkt vom Markt.
Essen vom Markt, musste gegen die Möwen verteidigt werden
Die Schatten unserer Selbst
Suommenlinna
Fahrt mit der Fähre nach Suommenlinna (Festungsinsel) mit Blick auf den Hafen von Helsinki
Domkirche am Senatsplatz
Uspenski-Katedrale
Entlang der südwestlichen (Schären-)Küste bis Uusikaupunki
Nach soviel Großstadtradau möchten die beiden, mittlerweile etwas sensiblen Abenteurer wieder etwas Landluft schnuppern. Wir haben uns für die südwestlich von Helsinki gelegene Schärenküste entschieden.

Aber eine Schärenrundreise trägt auch nicht gerade zur Entspannung bei, müssen wir feststellen. Erst fährt man ein bisserl auf so 'ner Insel rum, dann rauf auf die Fähre, runter von der Fähre. Dann nächste Insel: Erst ein bisserl Autofahren. Dann rauf auf die Fähre, runter von der Fähre. Nächste Insel, usw..... Das ist insoweit ok, da die Autofähren alle kostenlos sind. Sagte ich alle Fähren? Nein!!! Eine kleine unbeugsame Fähre leistet den touristischen Besatzern tapfer Widerstand und verlangt dann gleich mal 65 Euro für die Überfahrt. Leider ist es die letzte, alles entscheidende Fähre zurück zum Festland (Zufall??). Aber nicht mit uns!! Wir müssen sparen und so fahren wir den gaaanzen, laaangen Weg wieder zurück: Insel - Autofahren - rauf auf die Fähre - runter von der Fähre - rauf auf die Insel - usw. Die spinnen doch, die Finnen!!!

Auch unsere Stellplatzsuche gestaltet sich schwierig... zwar gilt zwar hier das Jedermannsrecht, d.h. man darf sich eigentlich überall hinstellen. Eine Voraussetzung ist aber ein ausreichender Abstand zu Häusern und Siedlungen, was im dicht besiedelten Südfinnland gar nicht so leicht ist. Garantiert lauert hinter jeder kleinen Straße zum Wasser ein kleines Ferienhäuschen. Unser erster Stellplatz mit eigenem Bootssteg für einen weiteren, erfolglosen Angelversuch war daher ein Glücksfall. Am nächsten Tag hocken wir schon wieder im Wald.

Stellplatz Nr. 1: Blick aus dem Wobi über die schärige Bucht Schwarzfischer, Nixdawischa
Fähre, eine der zahlreichen Stellplatz Nr. 2: Mia san vom Woid dahoam...
Westküste von Uusikaupunki über Rauma nach Reposaari
Der nächste, wieder sehr sonnige und mit über 20° C auch einer der bisher wärmsten Tage in Finnland, entschädigt uns für die gestrigen Anstrengungen. Wir verbummeln einen Tag im schönen Rauma (Welterbe wg. größter geschlossener Holzhaussiedlung), radeln ein bisschen auf der Halbinsel bei Reposaari rum und finden dabei gleichzeitig noch einen traumhaften Campingplatz am Meer. Die Kommanderin bleibt dann auch gleich mal am Campingplatz und reserviert tapfer den einzigen noch freien Stellplatz am Meer, während der Fähnrich zum Auto zurückradelt. Sehr zum Ärger eines anreisenden finnischen Pärchens, aber mei. Wer zerst kummt..... Während wir auf einem der heissen Steine an der Küste vor uns hinbrutzeln, können wir auch die übrigen, finnischen Campingplatzgäste observieren. Das ist mindestens genauso interessant wie eine Wiesent-Pirsch. Entweder sind sie sturzbetrunken (Nachbar rechts), verlassen das Campingmobil nicht bei bestem Wetter (die von mir verärgerten Finnen) oder hocken stundenlang im Führerhaus ihres Wobis und leeren eine Dose Bier nach der anderen (Nachbar links). Interessoooont.

Wir, die verrückten Deutschen, sitzen noch stundenlang draußen, grillieren in der Sonne bis ca. 22.00 Uhr, angeln noch in der Sonne (23.15 Uhr ist Sonnenuntergang) und wundern sich beim Heimweg (23.30 Uhr), dass es immer noch ned finster is... also so richtig hat sich die Kommanderin an diese Endlostage noch nicht gewöhnt.

Rauma
Radltour durchs Hafengelände Waschtag
Grillabend Der einsame Angler...
Von Repossari über Kristiinankaupunki nach Kaskinen
Der Küstennebel hängt fett über der... genau Küste... und erleichtert uns die Weiterreise enorm. Nach einer kurzen Stippvisite in Kristiinankaupunki (oder Kristinestad), einer sog. "Slow City" die ihrem Namen alle Ehre macht, radeln wir weiter nördlich in der Gegend von Kaskinen (oder Kaskö) noch ein bisschen entlang der Buchten rum und schauen neidisch auf die Mökkis (=Ferienhäuschen) der Finnen. Also wenn das die Ferienhäuser sind, dann möchte ich die Wohnhäuser erstmal gar nicht sehen. Wir radeln umso schneller weiter.
Parkplatz in Kristinestad Bootshaus vom Mökki... würde mir schon reichen als Ferienhaus
Ok... momentan schauen wir auch nicht aus wie Eigenheimbesitzer... geschweige denn Ferienhaus.
Das passt dann schon eher zu uns: Stellplatz zwischen zwei Buchten... leider war die Wäsche noch immer nicht trocken...
Ja und am 15.06.2012 gehts dann endlich nach Seinäjoki. Ja genau, DAS Seinäjoki.