Das Nordkap...unendliche Weiten: 30.06. - 01.07.12
Natürlich wollen der Fähnrich und die Kommanderin - wie alle anderen Norwegen-Reisenden -auch den nördlichsten Punkt Europas sehen ... da es aber am "normalen" Nordkap für uns keine Abenteuer zu bestehen gibt, haben wir uns das echte Nordkap, das Nordkyn, für eine Erkundungsfahrt ausgesucht. "Echtes" Nordkap deswegen, weil das andere Nordkap ja bereits auf einer Insel liegt und eigentlich gar nicht mehr zum Festland gehört. Und wie wir gehört haben, ist das Nordkap eigentlich nur eine Touristenfalle - sogar Eintritt muss man zahlen (und nicht wenig). Aber nicht mit uns!!! Eine Entscheidung, die wir bald bereuen werden... aber zunächst freuen wir uns noch bei unserem ersten Stopp am Laksfjorden über die fantastische Landschaft und den perfekten Blick auf die Mitternachtssonne. Tatsächlich... die geht nicht unter!!!
Sonnentiefsstand um ca. 0:45 Uhr. Das Bild täuscht, es ist tatsächlich taghell. Daher ließ sich die Kommanderin ein paar Schlafstrategien einfallen.
Am nächsten Tag gehts weiter zu "unserem" Nordkap. Zunächst landen wir in Mehamn, einem netten kleinen Fischerdörfchen. In einem Laden mit angeschlossener Touristinfo wird uns erstmals der Ernst unseres Vorhabens klar gemacht. 24 km einfach, durch schwieriges Gelände, mit schnellen Wetterwechseln ist zu rechnen. Wir wollen trotzdem los und tragen uns in das Logbuch für die Nordkyn-Wanderer ein... scheinbar nehmen die das wirklich ernst dort.

Und der Weg zum Nordkyn ist steinig und schwer. Genauer gesagt sehr, sehr, sehr steinig und sehr, sehr sehr schwer. Und wir merken bald, dass wir vieeeel zu langsam sind. Wir überlegen daher nach den ersten 7km ob wir die Tour abbrechen, da wir ggf. ein zweites Mal übernachten müssen. Also zählen wir erstmal unsere Vorräte: Nudeln mit Soße, Erbsensuppe, Kekse, eine bereits stark angeknabberte Tafel Schokolade, ein halbes Packerl Chips, 2 Äpfel, Brot, Honig, Kaffee, 2 Bier, 1 Wein, 1 Dose Weisswürstl und 3l Wasser (auffüllbar unterwegs). Ok... wir werden's überleben, denken wir uns, und gehen weiter.

Nach den ersten 13km haben wir unser Zelt aufgeschlagen, genau rechtzeitig bevor es zum Regnen anfängt. Wir essen und schlafen ein bisschen und um halb vier Uhr morgens gehts wieder los. 10km zum Nordkyn, es ist allerbestes, sonniges Wetter. Dort machen wir erstmal Weißwurstfrühstück und dann gehts wieder 10km zurück zum Zelt.

Viele Grüße aus der Geröll-Hölle
Einer der wenigen besseren Wege Ski vergessen?
Hmmm, Nudeln mit Pesto ca. 6.00 Uhr
ca. 7.00 Uhr Das Ziel ist in Sicht
7:30 Uhr Ziel erreicht: IN NUR 81 TAGEN ZUM NORDKYN-NORDKAP
Die Belohnung: Weisswurstfrühstück mit einer Dose Bier
Rückweg über den Strand
Wieder am Zelt angekommen, schlafen wir erstmal ein paar Stunden, essen kalte Erbsenpampe aus der Dose und begeben uns ab ca. sechs Uhr abends auf den laaaaaangen Heimweg. Der ist wirklich sehr lang und gg. Mitternacht sind wir - bei strahlend blauem Himmel - dann endlich am Auto.
Insgesamt sind wir in 1,5 Tagen fast 50km gelatscht, davon die Hälfte in einer Geröll-Hölle. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug ca. 1-2 kmh, jetzt könnt ihr euch ausrechnen, wie lange wir auf den Füssen waren. Aber die Mühe hat sich gelohnt, definitiv!
Die nächsten Tage lassen wir es dafür ein bisschen gemütlicher angehen und fahren nun wieder Richtung Süden entlang der Strecke Hammerfest - Alta - Tromsö.