Der polnische Jura: 26.04. - 30.04.2012
26.04.2012: Radltour durch den Ojcowski-Nationalpark

Nach einer erfreulich kurzen Autofahrt sind wir mittags bereits am Eingang zum Ojcowski-Nationalpark, dem kleinsten NP in Polen.
Das Wetter ist gigantisch, wir haben locker so um die 25° und wir entschließen uns, das karstige Pradnik-Tal mit zahlreichen Kalksteinfelsen rundumadum abzuradeln. Landschaftlich ist es eine Mischung aus Altmühltal, Tal der Schwarzen Laaber mit ein bisschen Naabtal dazu. Hmmm, irgendwie hat man das irgendwo schon mal gesehen.... fast... Unser Ziel ist die Burg Pieskowa Skala am nördlichen Ende des NP mit der äußerst malerisch davor gelegenenen "Herkulessäule". Da fragt man sich manchmal schon, ob das Zufall ist...?
Der NP ist tatsächlich sehr überschaubar und bereits am späten Nachmittag befinden wir uns auf dem Rückweg und stellen erfreut fest, dass es auch hier den einen oder anderen Bier-garten gibt... mit gar köstlichen Speisen und Getränken...

Pradnik-Tal Pieskowa Skala mit Herkulessäule
Krakauer-
Tor (links)
Nach einer nachmittäglichen Runde unseres neuen Lieblingssports "Sprinterminton" (unser Wohnmobil übernimmt dabei die Funktion des Badminton-Netzes) machen wir uns auf die Suche nach einem Stell- oder Campingplatz. Wir haben wieder mal ein Mords-Dusel und finden einen sehr schön gelegenen und saugünstigen (4 Euro pro Nacht) Campingplatz. Abends dann Pfannakuacha, was will eine Kommanderin mehr...
27.04.2012: Brennend heisser Wüstensand...

Das Wetter ist weiterhin auf unserer Seite, es ist noch wärmer als am Vortag, wir knacken locker die 30°-Grenze. Wir hadern daher etwas mit uns, ob wir die entspannte Campingplatz-Atmosphäre noch etwas genießen oder doch wieder aufbrechen sollen. Wir machen einen Kompromiss, hängen vormittags noch ein bisschen rum und fahren dann weiter, um die Polstynia Bledowski, die "polnische Sahara" zu erkunden. Ist das eine gute Idee, wenn es mittags bereits an die 30° hat? NEIN!

Wir latschen ein bisschen unmotiviert durch die verbliebenen Wüstenreste. Denn die polnische Sahara ist in Gefahr, sie wird nämlich, O-Ton-Reiseführer, "von Vegetation verdrängt". War das nicht immer irgendwie irgendwo umgekehrt? Erschwerend kommt dazu, dass diese Vegetation vorwiegend aus Birken besteht, auf deren Pollen der arme Fähnrich allergisch reagiert. Doppelt schlechte Idee!!
Wir flüchten aus dieser birkigen Pseudowüste und suchen ein schattiges Plätzchen. Doch das ist in dieser Gegend gar nicht so einfach. Wir drehen ein paar Runden um Ogrodzieniec und finden schließlich ein traumhaftes, verstecktes Plätzchen am Waldesrand mit Panorama-Blick auf die Burgruine Zamek Ogrodzieniec (s. oben), welche wir morgen im Detail erkunden möchten.
28.04.2012: Summer in Polska

Es ist sooo heisss!! Bereits um halb zehn vormittags haben wir 27°. Daher umso besser, dass wir bereits früh loswandern um uns erst den Gora Birow anzusehen. Auch eine Burgruine, die zu einem Fort mit Museum ausgebaut wurde. Recht nett anzusehen. Wir haben mal wieder das Glück, eine persönliche Führung durch alle Ausstellungsräume zu bekommen, was zwar sehr nett ist, aber unser polnisch ist und bleibt halt eher mäßig... wir verstehen aber Ammonit... was in einer Gegend namens Jura Sinn ergeben könnte...

Maat Morski und die Kommanderin auf dem Gora Birow mit Blick auf den Zamek Ogrodzieniec
Weiter gehts dann zum o.g. Zamek Ogrodzieniec, einer sehr imposanten Burgruine. Die Erkundung nimmt doch einige Zeit in Anspruch und weil Fähnrich Frank und Maat Morski so brav waren, kriegen sie ein Lody von der Kommanderin.
Kallis Lody-Luder Blick vom Zamek auf den Gora
Bei unserer Rundtour merken wir übrigens, dass unser angeblich ach so gut verstecktes Fahrzeug eigentlich von allen Seiten mehr als gut erkennbar ist. Grad, dass man das Kenn-zeichen nicht lesen kann. Aber so haben wir es auch immer gut im Blick.
Suchbild: Wo ist das gut versteckte
Wohnmobil?
Die Temperaturen steigen weiter dramatisch an, es ist halb zwei und wir haben 33°. Wir lassen uns aber von der gelben Dr....-Sau nicht einschüchtern und setzen unsere Adlerhorst-Runde fort. Adlerhorst-Runde, weil sich die Burgen auf Felsen befinden - wie ein Adlerhorst eben. Weiter gehts über Offroad-Pisten (denn Fähnrich freut das) nach Bobolice, einer fantastisch gut rekonstrierten Burg. Wir haben aber nun schön langsam genug Burgen, Schlösser und Ruinen gesehen, so dass wir die nächste, den Zamek Mirow, nur im Vorbei-fahren begutachten. Passt scho oder Dobre, wie der Pole sagen würde.
Bobolice Mirow
Wg. der Hitze können wir uns kaum zu konkreten Aktionen aufraffen. Der Fähnrich will die Gegend um Zloty Potok nach Kletter-möglichkeiten abgrasen, was sich als sehr gute Idee herausstellt. Die schattigen Buchenwälder lassen doch glatt Temperaturen unter 30° zu und hier lässt es sich bei der Hitze gut aushalten.
Abends finden wir wieder einen sehr schönen Campingplatz in Kusmierki. Abgelegener gehts nimmer. Die Besitzer sind sehr freundlich, wenn auch etwas überrascht, dass um diese Zeit und wahrscheinlich überhaupt Touristen hier sind. Entsprechend überfüllt ist der Platz. Abends grillen wir und können lange draußen sitzen, es kühlt eigentlich nicht so richtig ab. Sommer halt.
29.04.2012: Such a perfect day...

... und das ohne Sangria im Park.

Es ist natürlich wieder sauheiss heute. Daher stehen wir früh auf um noch bei kühlen 27 Grad Richtung Klettergebiet abzudüsen. Der lichte Buchenwald, in dem sich die Kletterfelsen befindet, ist fantastisch (s. oben). Das leuchtende Frühlingsgrün der Blätter im Kontrast zu dem Knallblau des Himmels, uiuiui. Aber eigentlich sind wir ja zum Klettern da. Das tut der Fähnrich auch fleissig, die Kommanderin ist eher als moralische Unterstützung dabei. Wobei eine Route kann sich die Kommanderin dann auch auf ihr Kletterkonto buchen.

Bei dieser Gelegenheit können wir noch etwas Einblick in das polnische Mann-Frau-Verhältnis gewinnen. Auf dem Rückweg begegnete uns eine Dreier-Gruppe von Mädls, die uns fragten, ob wir am nächsten Felsen noch klettern, da sie ein paar Expressen oben lassen mussten (sind also nicht ganz rauf gekommen). Obwohl wir ja eigentlich schon fertig waren mit der Kletterei haben wir ihnen selbstlos angeboten, dass wir es versuchen könnten, die Expressen noch zu holen. Das haben die chicas dann mit dem Verweis auf ihre Boyfriends abgelehnt. "No problem, we will force them to do that". Respekt!!! Da herrscht noch Zucht und Ordnung!

Bereits um zwei sind wir wieder daheim und genießen die Relax-Atmosphäre unseres Camping-platzes. Hier blüht alles auf Teufel komm raus, die Luft ist schon ganz schwer vom Blütenstaub. Und dann erst der Duft...

Zu sportlichen Aktivitäten können wir uns erst am Abend wieder aufraffen und düsen mit den Fahr-rädern hinaus in die polnische Pampa (denn da befinden wir uns tatsächlich!). Wir durchforsten die nahegelegenen Wälder und Dörfer und gelangen schließlich noch in einen Biergarten, oder besser gesagt einen Fischgarten. Denn hier kann man entweder seine Fische selber angeln und braten oder man lässt... was wir wg. Angel-Mangel dann auch machen. Wir schaffen es gerade noch recht-zeitig vor Sonnenuntergang wieder daheim zu sein. Ein perfekter Tag!
und noch ein paar Bilder von unserer Kletteraktion in Zloty Potok
Wir verlassen nun Kleinpolen und fahren am 30.04. nach Masowien, genauer gesagt in das angeblich sehr hübsche und beschauliche Örtchen Kazimierz Dolny an der Weichsel.