Sankt Petersburg: 05.06. - 08.06.2012
Tag 1, 05.06.2012: Ein gemütlicher Stadtspaziergang von nur 17km
Gleich am morgen machen wir die Bekanntschaft mit etlichen sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern des Kulturhauses. Denn trotz des etwas maroden Äusseren handelt es sich scheinbar tatsächlich um ein solches. Dauernd rennen Menschen mit Instrumenten rein und raus und die Kommanderin wurde auch schon zum Gottesdienst eingeladen. Ob das noch was hilft?

Aber wir sind ja eigentlich hier, um das unbekannte St. Petersburg zu erforschen. Naiv wie wir sind meinen wir, dass könnten wir alles locker zu Fuß machen (ging ja in den anderen Städten auch). Für was brauchen WIR die Metro!!! Schön blöd. Die Entfernungen in St. Petersburg sind doch andere als in den bisherigen Hauptstädten. Wir laufen uns die Hacken ab bei unserem ersten "Stadtspaziergang". Lt. GPS-Aufzeichnung (des Fähnrichs Hobby) sind wir heute 17 km gelaufen! Das ist ja schlimmer wie in den Nationalparks. Aber natürlich hat sich diese Rennerei auch gelohnt... Die nächsten Tage sind wir etwas schlauer und nutzen eifrig die Metro.

Sommerpalast Peter des Großen Kasaner Kathedrale
Blick vom Moika-Kanal auf die Erlöserkirche
Erlöserkirche
Brunnen vor der Admiralität
Kaufhaus
Und natürlich: Die Eremitage
Tag 2, 06.06.2012: Palazzo Protzo
Die Sankt Petersburger Metro zu nutzen, ist bereits eine Erfahrung für sich. Aufgrund der Boden- und Grundwasserverhältnisse liegen die Stationen bis zu 100m tief unter der Erde. Da verbringt man z.T. mehr Zeit auf der Rolltreppe als in der Metro selbst. Den gemütlichen Touristen-Schlenderschritt gewöhnt man sich hier unten auch schnell ab, sonst rennen einen die Russen über den Haufen.
Ui, da gehts aber tief runter!!!
Da Metrofahren für uns natürlich noch nicht spannend und aufregend genug ist, machen wir uns gleich noch auf den Weg zum nächsten Abenteuer, einem Besuch in der Höhle des Löwen...d.h. wir schauen uns den Winterpalast bzw. die Eremitage auch mal von innen an. Das sind ja nur 2,8 Mio Kunstobjekte in 365 Räumen auf einer Strecke von 11,2 km. Des geht sich doch locker auf einen Nachmittag aus!
Leider zermürbt uns schon die Warteschlange vor der Eremitage. Und der ganze Prunk in diesem Palast ist für so zwei schlichte Gemüter wie uns doch schon recht viel. Wir beschränken uns daher auf ein paar Prunksäle und kriechen nach ein paar Stunden, vollkommen am Ende, aus dem Palast. Wir können keinen Stuck, kein Blattgold, keine Diamanten, kein Mosaik, keine Teppiche, keine Marmorsäulen, keine tollen Uhren und Gemälde, usw. mehr sehen und hoffen, uns bei "kurzen" Spaziergang zur Haseninsel mit der Peter-und-Paul-Kathedrale und die sie umgebende Festung erholen zu können. Da wir hierzu erstmal über die Schlossbrücke zur Wassilewski-Insel und dann über die Petrograder-Insel müssen, bleibt der Erholungswert leider relativ gering. Danach ein laaanger Heimweg.
Prunkvolle Treppe Prunkvoller Saal mit viel Gold
Noch prunkvollerer Saal mit noch mehr Gold Megaprunkvoller Saal mit noch viel mehr Gold... und Diamanten...
Die arme Kommanderin. Hier ist doch alles Gold was glänzt!!!
Und rein in den nächsten... ja genau... prunkvollen Saal mit ganz viel Gold drin.
Anschließend noch ein Anstandsbesuch der Haseninsel auf unserem 5km Heimweg:
Blick von der Newa auf die P.-u.-P.-Kathedrale mit umgebender Festung
Peter-und-Paul-Kathedrale
Tag 3, 07.06.2012: Die Weissen Nächte von St. Petersburg oder: Der helle Wahnsinn
Wir sind physisch und psychisch am Ende. Die langen Wege, der Straßenverkehr, der Prunk und Protz dieser Stadt sind für uns Landeier einfach zu viel. Daher starten wir an unserem letzten Tag erst am Nachmittag. Schließlich wollen wir heute gaaaanz lang aufbleiben um den Zauber der Weissen Nächte und das Öffnen der Newa-Brücken auch mal live zu erleben.

Ganz untätig sind wir aber natürlich nicht: Wir machen eine kleine Bootstour durch die Kanäle (die Kommanderin steuert das Boot natürlich selbst), schauen uns noch die Isaaks-Kathedrale an (incl. nächtlicher Turmbesteigung, da bis 4.00 Uhr morgens möglich), den ehernen Reiter (Wahrzeichen der Stadt), gehen schön essen und dann ... wird's schön langsam zaaach. Die Brücken machen nämlich erst um halb zwei morgens auf und komischerweise machen die Cafés um 23.00 Uhr zu. Also holen wir uns einen Mac-Cappuccino (der hat immer auf) und genießen von der Wassilewski-Insel aus den Blick auf das nächtlich beleuchtete (ab ca. 12.00 Uhr, vorher isses zu hell) und sehr bevölkerte St. Petersburg. Das sind also die Weissen Nächte. Alle rennen in der Gegend rum weil es zu hell ist um schlafen zu können.
Um halb zwei öffnet sich schließlich die erste Brücke, die Schlossbrücke. Wir müssen dann husch, husch weiter auf die Petrograder-Insel, denn die Brücke rüber zur Insel macht auch um 2.00 Uhr auf - sonst hängen wir bis halb fünf morgens auf der Insel fest. Ein nächtlicher, laaaanger Fußweg heim. Die dritte Brücke zu unserem Lesnoy-Prospekt ist derzeit zum Glück ausser Betrieb, so dass wir uns hier zumindest keine Sorgen machen müssen.

Lomonossow-Zugbrücke über den Fontanka-Kanal Der eherne Reiter: Peter der Große
Das nächtlich beleuchtete St. Petersb.
Isaaks-Kathedrale
Leider sind 3 Tage für St. Petersburg viel zu wenig, was hätten wir uns noch alles ansehen können: Den Peterhof, das Katharinenschloss samt Bernsteinzimmer, Dostojewskis insgesamt 22 Wohnungen... Aber unser Visum läuft aus und wir wollen unser bislang doch sehr freundschaftliches Verhältnis mit den russischen Grenzbeamten nicht unnötig strapazieren. Also reisen wir am 08.06.2012 weiter nach Finnland.

Die Ausreise war wieder mal eine etwas langwierige Geschichte. Neben den äusserst lästigen Moskitos (Finnland lässt grüßen), haben diesmal haben sogar zwei russische Grenzbeamte unabhängig voneinander unser Wohnmobil durchsucht. Und wieder mal wurden meine Kopfschmerztabletten beanstandet. Diesmal nicht vom Schäferhund, sondern von der Grenzerin selber. Die hat sich gar nicht mehr eingekriegt und dauernd rumgefragt und rumtelefoniert, was denn Dolormin bedeutet... Irgendwann hat sie dann aufgegeben und uns weiterziehen lassen... wenn die wüsste, was ich hinten noch für Medikamente drin habe, hehe!!

Wir sagen Do Swidanja, St. Petersburg!

Und Moi, Finnland.